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François Bry zu Universtäten als feudale Strukturen etc.

François Bry hat unter http://www2.pms.ifi.lmu.de/erlebt/?p=4365 und http://www2.pms.ifi.lmu.de/erlebt/?p=4348 zwei m.E. sehr lesenswerte Beiträge zu deutschen Universitäten.

Im ersterwähnten fordert er - wenn ich's richtig verstehe - Перестройка и гласность für Universitäten, im zweiterwänten geht es (u.a.) um Universität als "feudales System".

Ein Bisschen Senf von mir dazu:

  • Man stelle ich vor, alle Gremiensitzungen der Universität wären öffentlich, und alle Protokolle würden veröffentlicht: Dies würde mit ziemlicher Sicherheit dazu führen, dass einige Äußerungen zu einigen Personen weniger scharf, weniger klar, vorsichtiger ausfallen würden. Zumindest in den Sitzungen selbst. Und es würde vermutlich dazu führen, dass noch mehr Diskussionen in informellen Vorabbesprechungen durchgeführt werden würden, und noch mehr Entscheidungen de facto in derlei informellen Vorabbesprechungen - statt in den Gremiensitzungen - fallen würden.

    • Ja: klingt nach Mehraufwand ohne dass damit erreicht würde, dass die tatsächlichen Wege und Gründe der Entscheidungsfindung transparent, öffentlich würden. Ist Mehraufwand ohne dass damit erreicht würde, dass die tatsächlichen Wege und Gründe der Entscheidungsfindung transparent, öffentlich würden.
    • Aber es könnte (nicht mehr als könnte!) immerhin dazu führen, dass die offiziellen Gründe der Entscheidungsfindung reflektierter bestimmt werden und öffentlich befragbar, auf ihre Stichhaltigkeit überprüfbar würden.
    • Eine Selbstverpflichtung auf nach außen als rational dokumentiertes (statt nur als rational behauptetes) Handeln kann m.E. einer Institution durchaus gut tun.
    • Ob's den Aufwand wert ist? Keine Ahnung.
    • Was gleich folgt scheint mir nützlicher/wichtiger/prioritätsberechtigter:

  • Ich bin ein klarer Anhänger von "chi rompe paga": "wer's kaputtmacht zahlt": Entscheidungen sollten von denen getroffen werden, denen es wirklich weh tut falls die Entscheidung sich als falsch herausstellen sollte.

    • Für die Universität Padua gab's in alten Zeiten zwei Verfahren für Berufungsentscheidungen: im älteren Verfahren entschieden die Studenten, im (relativ) neueren entschieden poltische Gremien: im älteren Verfahren entschieden diejenigen, die bei schlechter Auswahl darunter zu leiden hatten schlecht unterrichtet/ausgebildet zu werden, im neueren Verfahren entschieden diejenigen, die bei schlechter Auswahl öffentliche Gelder schlecht einsetzten und ihr Prestige als kompetente Gremien durch schlechte Auswahl beschädigten, und dadurch dass die Universität Padua unattraktiver wurde Ausfälle an Steuern und Prosperität zu verantworten hatten. Beide Verfahren entsprechen dem erwähnten chi rompe paga-Prinzip.
    • Wenn über Einrichtung oder Veränderung von Studiengängen, Prüfungsordnungen u. dgl. ausschließlich die Betroffenen (d.h.: die Studierenden und die Unterrichtenden) entscheiden würden, derlei Einrichtung oder Veränderung ohne Zustimmung sowohl der Mehrheit der Studierenden als auch der Unterrichtenden unmöglich wäre: könnte es m.E. durchaus sein, dass unsere Studiengänge, Prüfungsordnungen u. dgl. etwas besser wären als sie derzeit sind.

  • Ich bin mir darüber im klaren, dass manches von dem was mir sinnvoll erscheint bedeutet Kompetenzen, Aufgaben, und Arbeit! von der Verwaltung in die wissenschaftlichen Arbeits- und Lehr-Einheiten zurückzuverlagern. (Und/oder an die Repräsentanten der Steuerzahler/innen (Landtag, Regierung (inkl. Ministerien)). Wieweit das durch Verlagerung von Personalstellen und Geld unschädlich für die Kapazitäten für Forschung und Lehre gehalten werden könnte wäre zu überprüfen. Billiger wird es gewiss nicht.
  • Wir leben (primär) von Steuergeldern, wir geben (primär) Steuergelder aus. Eine (verstärkte und) bewusste "Kultur der Verantwortlichkeit" erleichtert es den Steuerzahler/innen Rechenschaft abzulegen, und erleichtert es u.U. gar die Steuerzahler/innen bzw. Wähler/innen (und ihre Repräsentanten) davon zu überzeugen, dass es sich lohnen könnte den Universitäten noch etwas mehr Geld zu geben ... [:-)] ... .
  • whishful thinking, yes. But nevertheless ... .

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